08.05.2018

Klassenspiel der Klasse 6B

Peter Pan – ein Glanzstück

Minutenlanger Beifall, Rosen für jedes Kind und Anerkennung für eine wirklich gelungene Theateraufführung - das war das Ergebnis einer 90minütigen Peter Pan Schau in der Aula der Waldorfschule Wetterau. Während draußen der Frühsommer seine ersten Kapriolen schlug, füllte am Samstag, den 05. Mai das Klassenspiel der 6B die Ränge. Fast 300 Zuschauer kamen und staunten über phantasievolle Kostüme, ein professionelles Bühnenbild und die schauspielerische Leistung der 11- bis 12jährigen Schülerinnen und Schüler. Ohne Mikrofon, nur allein mit der Kraft ihrer Stimmen und ihrer körperlichen Präsenz auf der Bühne verzauberten die Kinder das Publikum. Die anfängliche Nervosität legte sich schnell und unter der Choreografie der Klassenlehrerin Gisela Opfermann wechselten sich insgesamt sechs Bühnenbilder ab. Im Haus der Familie Darling „entführt“ Peter Pan mit der Elfe Klingklang die drei Kinder Wendy, John und Michael. In Nimmerland angekommen treffen sie dort die verlorenen Jungs, eine Bande von Kindern, die von ihren Eltern ausgestoßen wurden oder von ihnen weggelaufen sind. Wendy, als 12jährige große Schwester von John und Michael übernimmt in Nimmerland gleich die Mutterrolle. Zwischendurch lauern Abenteuer mit den Piraten und Kapitän Hook sowie den Indianern mit Tigerlily. Hook, dessen linke Hand von einem Krokodil verspeist wurde, glänzt durch Härte und Führungsstärke. Wendy weckt bei den verlorenen Kindern wieder Mutterliebe und das Krokodil rollt durch die Szenerie und hat noch mehr Hunger auf Piraten. Humorvoll und phantasiereich inszeniert verliert der Aufführung nichts von ihrem ernsthaften Hintergrund. Geht es doch um Vertrauen, Bindung zu den Eltern, Verlustängste und dem Spagat zwischen Abenteuer erleben, mutig sein sowie einen sicheren Hafen zu haben. Sinnbildlich steht dafür das offene oder geschlossene Fenster, aus dem die Kinder entflohen sind und durch das sie wieder zurückkehren können. Peter und seine Bande sind hin- und hergerissen, ob sie das Angebot von Wendy annehmen sollen, alle mit in das Haus der Darlings zu kommen und somit zu Vater und Mutter zu kommen. Schlussendlich entscheiden sie sich für Nimmerland und Wendy mit ihren Geschwistern können jederzeit zu Besuch kommen, wenn ihnen danach ist. Und Mutter Darling kann es kaum glauben, ihre drei Kinder wieder in die Arme nehmen zu können. Bei dieser Schlussszene lief so manche Träne im Publikum.

Das Herausfordernde an dem Klassenspiel ist, dass alle Kinder auf der Bühne sind und miteinander üben und spielen. Es handelt sich um keine Theater-AG, in der schauspielbegeisterte Kinder mitmachen, sondern um laute und leise, selbstbewusste und schüchterne Kinder, also um eine ganz normale Klasse. Das stärkt die Klassengemeinschaft, die Schülerinnen und Schüler lernen sich anders kennen, eine neue Wertschätzung entsteht und der langanhaltende Applaus ist selbstverdient. Die großartige Unterstützung aller Eltern beim Bühnenbau, dem Catering, dem Schminken und bei der Aufführung selbst rundete das Gemeinschaftserlebnis für alle ab.

Carsten Veller, Vater



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