Pilotprojekt: Waldorfschulverein Wetterau e. V. erstellt Gemeinwohl-Bilanz

Waldorfschulverein Wetterau e.V. erstellt eine vollständige Gemeinwohl-Bilanz auf Basis der Matrix 5.0

Zusammen mit der Regionalgruppe Gemeinwohl-Ökonomie Rhein-Main hat unsere Schule im Mai diesen Jahres ein stiftungsgefördertes Projekt aufgenommen: Als erste Waldorfschule in Deutschland erstellen wir eine vollständige Gemeinwohl-Bilanz, finanziell getragen von der Software AG-Stiftung.

Damit wirken wir auch als Pilot für eine Idee, die auf andere Waldorfschulen übertragbar sein soll.

Die Gemeinwohl-Bilanz misst Erfolg nach neuen Maßstäben: Mehrung des Gemeinwohls ist das Ziel. Mit dem Gemeinwohl-Bericht und der Bilanzerstellung möchten wir zeigen, dass unsere Schule aus der Waldorfpädagogik heraus seit jeher an gemeinwohlorientierten Werten ausgerichtet ist – und damit zukunftsweisend agiert. Denn Waldorfpädagogik und Anthroposophie sind nach unserem Verständnis bestens dazu geeignet, den Gemeinwohlgedanken – im wahrsten Sinne des Wortes – „ins Leben zu bringen“. Wir stehen damit gleichermaßen auch für den Gedanken, dass Wirtschaft und Gesellschaft einen Wertewandel brauchen.

Während des Erstellens blicken wir auch auf unseren eigenen Wertespiegel, nutzen die Gelegenheit zum Austausch und zur Diskussion mit der Regionalgruppe bzw. Vertretern des so genannten Energiefeldes Rhein-Main. So erhoffen wir uns auch weitere Impulse und ein stärkeres Bewusstsein für werteorientierte Ziele – und ihre Sichtbarkeit im Inneren.

An verschiedenen Stellen sind neben dem Kernprojektteam, das aus Birgit Brauburger, Uwe Mos und Jana Theurer besteht, weitere Mitwirkende aus der Schulgemeinschaft eingebunden. Der individuelle Beitrag zum Gemeinwohl wird dann auf Basis der so genannten Gemeinwohl-Matrix definiert und bewertbar gemacht. Die Bilanz wird dann extern geprüft (Audit) und im Anschluss veröffentlicht.

Zugleich wird das Thema einer alternativen Wirtschaftsordnung perspektivisch auch in den Unterricht einbezogen und mit den Schülerinnen und Schülern thematisiert. Erste Umsetzungen gab es bereits in der BOS sowie der diesjährigen Projektwoche.

Auf dieser Seite finden Sie die jeweils aktuellen Informationen rund um das Thema.

 

März 2018
Im Projekt Gemeinwohl-Bilanz und Gemeinwohl-Bericht ist ein Meilenstein erreicht: In dieser Woche haben wir den fertiggestellten Bericht zur Auditierung (externe Überprüfung) eingereicht.

Im Dezember und Januar 2017 hat uns das aus Schülern, Kolleg*innen und Eltern bestehende Sounding Board wertvolle Hinweise zur Fertigstellung gegeben, im Februar haben wir dann in der Elternschule und in der Schulleitungskonferenz über die erarbeiteten Potenziale diskutiert und Ergänzungen aufgenommen.

Über den Bericht, die Auditierung sowie die Weiterführung des Projekts und des Gedankens der Gemeinwohl-Ökonomie möchten wir die Schulgemeinschaft ausführlich informieren, wenn die externe Prüfung abgeschlossen ist. Dann können wir den Bericht auch vollständig veröffentlichen und allen Interessierten auf unserer Website zur Verfügung stellen.

 

Dezember 2017
Impulsgeber und Initiator für eine weit reichende wirtschaftliche Veränderung

 

Unter dem Motto „Zukunft gemeinsam gestalten: Gemeinwohl-Ökonomie als neues Modell des Wirtschaftens“ stand der 29. November mit Christian Felber, einer Podiumsdiskussion und den sich anschließenden offenen Gesprächen im Foyer.

Rund 400 Zuhörer waren unserer Einladung gefolgt, um zunächst Felbers Ausführungen zu dem von ihm entwickelten Modells der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) als alternativer Wirtschaftsordnung zu hören, und in der Podiumsdiskussion mehr über die praktische Umsetzung zu erfahren. Basis der Einladung war die im Mai 2017 begonnene Arbeit des Waldorfschulvereins e.V. zur Erstellung einer eigenen Gemeinwohl-Bilanz (wir berichtete).

 „Wir sind stolz darauf, dass wir zusammen mit unseren Unterstützern, der Software AG Stiftung und der Anthoposophischen Gesellschaft Frankfurt e. V., Raum für diesen so vielfältigen Austausch und die inspirierenden Gespräche geben konnten, und weit über unsere Schulgemeinschaft hinaus bewegt haben“, sagt Jana Theurer.

Zahlreiche neue Verbindungen wurden an diesem Abend geknüpft. So wurde Johannes Dolderer, Bildungsreferent bei der GWÖ, bereits am Abend in andere Bad Nauheimer Schulen eingeladen, und am Stand der GWÖ-Regionalgruppe Rhein-Main versammelten sich Interessenten für die Bildung einer lokalen Gruppe. „Die Resonanz zeigt, dass das Thema Gemeinwohl-Ökonomie angesichts der politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen im Herzen berührt - und auch, welche Kraft im gemeinsamen Wirken und Möglich-Machen liegt.“

Mehr über die Gemeinwohl-Ökonomie finden Sie unter: www.ecogood.org/de



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