14.05.2019

Beifall ohne Ende

Galavorstellung der Circus AG

Freitag, 10. Mai 2019, kurz vor halb sieben abends: der Festsaal der Freien Waldorfschule Wetterau steht Kopf.  Auf der Bühne strahlen 104 Kinder um die Wette, während ihre 29 Trainer gleichzeitig stolz, glücklich und erleichtert den Beifall des wieder zahlreich erschienenen Publikums genießen. Es ist der Lohn für Wochen des harten Trainings, welches die Grundlage für die tolle Show an diesem Nachmittag bildete. Musikalisch untermalt wurde die Vorstellung auch in diesem Jahr wieder vom Oberstufenorchester, welches ebenfalls mit großem Applaus bedacht wurde.

Viele der Artisten waren bereits alte Hasen, die schon in den vergangenen Jahren bei Vorstellungen der Circus AG mitgewirkt hatten. Dazu gesellten sich dann auch einige neue Gesichter, die aber teilweise bereits in der in den Osterferien erstmals angebotenen Ferienbetreuung des Varieté Voilà Zirkusluft geschnuppert hatten.

In irrwitziger Geschwindigkeit jagte ein Programmpunkt den nächsten, immer unterstützt von den vielen fleißigen Helfer der Crew beim schnellen Umbau, sei es das Ausrollen der Matten für die Bodenakrobaten oder die Anbringung der Tücher, Reifen, Trapeze und Ringe für die hoch oben in der Luft aktiven Artisten.

Dem Publikum blieb bei der Vielfalt des Programmes und den dargebotenen 16 Programmpunkten kaum Zeit zum verschnaufen.

Direkt zum Start begaben sich die Darsteller hoch in die Lüfte und zeigten in den Ringen alleine oder auch als Duo wie grazil man sich mit entsprechendem Training dort bewegen kann.

Zurück auf den Boden ging es dann mit den Ballläufern, die ihre Geschicklichkeit nicht nur bei der reinen Fortbewegung auf dem Ball zeigten, sondern das Staunen des Publikums noch steigerten, in dem sie auf dem Ball auch noch mit allerhand verschiedenen Gegenständen jonglierten. Ob da der Zaubertrank, den drei kleine Hexen zu Beginn der Nummer in einem Kessel brauten, eine Rolle spielte, bleibt wohl das Geheimnis dieser Künstler.

Ab in die Lüfte ging es dann mit den Tuch-Künstlern, die mit ihren Übungen so manchen Zuschauer nahe an einen Atemstillstand brachten. 

Zeit für eine Erholung blieb aber nicht lange, denn auf der Bühne setzte eine wilde Verfolgungsjagd ein, da Gruppe wilder Jungs die Jonglierbälle der Clowns stehlen wollte. Am Ende aber siegte nach einer wilden Hatz über Matten, Strapaten und Trapez die gute Seite und es gelang den Clowns mit Hilfe der Polizei ihre kostbaren Stücke zurückzubekommen. 

Ein Diabolo sorgte danach für die nächsten staunenden Blicke im Publikum. War es ja noch halbwegs verständlich, dass man dieses Teil auf einem Seil hin und her bewegen konnte, stellte sich doch manch einer die Frage, wie man das Diabolo nach seinen langen Flugphasen so elegant mit dem dünnen Faden wieder auffangen kann.

Hatte das Publikum an dieser Stelle bereits einige Fragezeichen im Gesicht geschrieben, wurde die Verwunderung noch größer als die Seilläuferinnen sich auf diesem dünnen Seil nicht nur leichtfüßig vorwärts und rückwärts bewegten, sondern dies auch noch mit einem Handstand auf dem Seil krönten.

Die Gesetze der Physik wurden anschließend von den Bodenakrobatinnen mit ihren Hebefiguren scheinbar mühelos außer Kraft gesetzt.

Und dann stand plötzlich eine Stange senkrecht im Boden. An diesem Teil zeigten die jungen Künstler Aktionen, die sicherlich auch das ein oder andere Kletteräffchen neidisch gemacht hätten. 

Genauso beweglich waren im Anschluss die Turner und die Parcours-Truppe, die bei Sprüngen über Matten und am Reck bewiesen, dass sie auch ohne weiteres hätten helfen können, die Clowns bei der Verfolgungsjagd von vorher zu unterstützen.

Mehr oder weniger auf dem Boden blieben dann die Einrad-Fahrer, wobei sich sicher der ein oder andere Zuschauer fragt, wie es möglich ist, auf einem Rad die Balance zu halten und sich dann noch Gegenstände zuzuwerfen oder gar eine Pyramide zu bilden. Aber von der Möglichkeit, mit einem Einrad Treppenstufen hinauf zu hüpfen, wie dies eine junge Künstlerin zeigte, sollten ungeübte Zuschauer lieber keinen Gebrauch machen.

Gleiches gilt auch für die Darbietungen der Jongleure mit ihren Stangen, die immer wieder wie mit Zauberhand von einem Stab zum anderen bewegt wurden.

Dann wurde es abrupt dunkel im Saal und auf der Bühne waren neonleuchtende Farbstreifen und die Aufschrift „STRAPATEN“ zu erkennen. Alleine, als Duo oder auch zu dritt schwirrten die Künstler wie schnelle Lichtreflektionen auf der Bühne herum.

Zum Abschluss ging es dann auf dem Trapez hoch her, egal ob zu zweit auf einem Trapez oder mit mehreren Künstlern an den nebeneinander hängenden Trapezen, das Publikum war begeistert von dem Balancegefühl und der Selbstverständlichkeit mit der die jungen Künstler immer wieder aufs Neue am, über oder neben dem Trapez ihre Kunststücke aufführten.

Nach dem Ende der Vorstellung konnte man im Publikum immer noch das Erstaunen über die gezeigten Darbietungen spüren und bei sehr vielen Zuschauern war bereits die Vorfreude auf die traditionellen Vorstellungen des Varieté Voilà vor den Sommerferien zu spüren. Varieté Voilà, die Circus AG und auch die Ferienbetreuung bilden einen tollen Dreiklang, mit dem es Sandra Morgantti (Leiterin Circus AG, Varieté Voilà), zusammen mit ihrer Familie und dem Trainerteam, gelingt, bei den jungen Künstlern die Begeisterung für diesen Sport zu wecken. 

Text: Heiko Trautmann

- Bilder (Volker van Aken) zur Großansicht ein Mal anklicken -

Hexen

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Schwarzlicht

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